Der Weg zu „Baltanas“ – Wie alles begann
Manche Ideen entstehen nicht über Nacht. Sie wachsen langsam, oft über viele Jahre hinweg, manchmal beinahe unbemerkt. So ist es auch mit Baltanas. Was heute als Projekt für einen Made-to-Order-Schuhhandel Gestalt annimmt, hat seine Wurzeln in vielen kleinen Momenten – in Familie, in Erinnerungen und in einer wachsenden Begeisterung für klassische Schuhe.
Baltanas soll einmal ein Ort für besondere Schuhe werden: Made-to-Order, individuell gefertigt, handgefärbt, mit Patina versehen und vollständig in Spanien hergestellt. Jeder Schuh wird einzeln produziert, abgestimmt auf die Wünsche seines zukünftigen Trägers. Qualität, Handwerk und Persönlichkeit stehen im Mittelpunkt.
Dieser Blog soll die Entstehung dieses Projekts begleiten. Nicht erst, wenn alles fertig ist, sondern von Anfang an – Schritt für Schritt auf dem Weg zur Gründung.
Doch bevor es um Schuhe geht, lohnt sich ein Blick auf den Namen.
Woher kommt eigentlich „Baltanas“?
Der Name ist nicht zufällig gewählt. Er hat einen familiären Ursprung.
In Spanien ändern sich Nachnamen über Generationen hinweg, weil sie sich traditionell aus dem väterlichen und mütterlichen Familiennamen zusammensetzen. Mit jeder Generation verschieben sich diese Kombinationen ein wenig. Mit „Baltanas“ möchte ich den Namensteil meiner Urgroßmutter mütterlicherseits bewahren.
Ich hatte in meiner Jugend ein sehr enges Verhältnis zu meiner Abuela. Der Name ist daher auch eine kleine Hommage an diese familiären Wurzeln – und vielleicht auch ein Versuch, ein Stück Familiengeschichte weiterzutragen.
Die ersten ernsthaften Schuhe
Hauptberuflich bin ich Rechtsanwalt. Wer in Deutschland Jura studiert, weiß: Das erste Staatsexamen ist eine der größeren Herausforderungen dieses Weges.
Kurz vor dieser Prüfung – das dürfte etwa 2012 gewesen sein – arbeitete ich in der Rechtsabteilung einer deutschen Großbank. Damals war die Kleiderordnung in Banken noch deutlich formeller als heute. Anzüge und klassische Schuhe gehörten selbstverständlich dazu.
In dieser Zeit kaufte ich mir mein erstes Paar rahmengenähter Schuhe. Ein Paar Barker.
Es klingt heute vielleicht unspektakulär, aber für mich war das ein kleiner Wendepunkt. Bis dahin hatte ich natürlich schon eine gewisse Affinität zu Kleidung – ich hatte zuvor im Einzelhandel bei einem Herrenausstatter gearbeitet. Doch rahmengenähte Schuhe waren noch einmal eine andere Welt.
Parallel begann gerade die große Zeit der ersten Internet-Blogs rund um klassische Herrenmode. Einer der prägendsten war damals der Blog von Justin Fitzpatrick, vielen besser bekannt als The Shoe Snob.
Zu dieser Zeit arbeitete er noch in London bei Gieves & Hawkes und betrieb dort einen kleinen Schuhservice-Stand. In seinem Blog schrieb er ausführlich über klassische Schuhe, Pflege, Leder und vor allem über den perfekten Glanz – den berühmten Military Shine.
Der erste Versuch mit Schuhpflege
2012 veranstaltete Justin Fitzpatrick auf seinem Blog einen kleinen Wettbewerb: Leser sollten versuchen, an ihren Schuhen den bestmöglichen Military Shine zu erreichen und ein Foto einsenden.
Für mich war das natürlich die perfekte Herausforderung.
Ich setzte mich also mit meinen Barker-Schuhen hin und begann zu experimentieren. Die Schuhe waren ursprünglich vollständig im gleichen Farbton gehalten. Der starke Glanz auf der Schuhkappe, den man auf dem alten Foto erkennt, entstand allein durch eine sehr aufwendige Politur – Schicht für Schicht mit Wasser und Wachs, bis das Leder irgendwann spiegelte.
Den Wettbewerb habe ich damals nicht gewonnen.
Das Foto existiert aber noch. Und man erkennt daran auch, wie wenig Erfahrung ich damals hatte. Besonders deutlich wird das an den verwendeten Schuhspannern: Modelle mit Federmechanismus im Fersenbereich. Heute weiß ich, dass solche Spanner problematisch sind, weil sie langfristig die Ferse des Schuhs ausdehnen können.
Damals war ich einfach nur begeistert.
Eine Welt aus Anzügen, Schuhen und Blogs
Diese Zeit war für mich prägend. Frankfurt mit seinen Banken, den gut gekleideten Menschen, den klassischen Anzügen – und gleichzeitig die wachsende Online-Szene rund um hochwertige Herrenschuhe.
Frankfurt hatte damals auch einige hervorragend sortierte Herrengeschäfte, die eine beeindruckende Auswahl führten. Schuhe bis weit über 1.000 € waren dort keine Seltenheit. Für jemanden, der gerade begann, sich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen, war das eine faszinierende Welt.
Und irgendwo in dieser Phase sagte ich einmal zu meiner Oma:
„Wenn das mit Jura nichts wird, eröffne ich einfach ein Schuhgeschäft.“
Dreizehn Jahre später
Mit Jura ist es dann doch etwas geworden.
Heute – rund dreizehn Jahre später – arbeite ich als Rechtsanwalt. Aber manche Ideen verschwinden nicht. Sie warten einfach nur auf den richtigen Zeitpunkt.
Baltanas ist der Versuch, genau diese alte Idee wieder aufzugreifen. Nicht als spontane Entscheidung, sondern als Projekt, das langsam wächst.
Dieser Blog wird genau davon erzählen. Von der Entwicklung eines kleinen Traums zu einem echten Unternehmen. Von Spanien, von Handwerk, von Patina-Schuhen – und von den vielen Schritten, die zwischen einer Idee und ihrer Umsetzung liegen.
Die Reise hat gerade erst begonnen.
